EU und Mercosur schaffen die weltgrößte Freihandelszone

Am 28. Juni 2019 wurde das Freihandelsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union nach 20 Jahren Verhandlungen zwischen den Mitgliedsländern unterzeichnet. Nach Angaben des brasilianischen Industrieverbandes, Confederação Nacional da Indústria (CNI), beläuft sich die entstandene Freihandelszone auf ein Handelsvolumen von rund 20 Billionen R$ und einen Markt von rund 780 Millionen Menschen in 32 Ländern.

Der Vertrag zwischen den Mitgliedstaaten wird die Einfuhrzölle schneller senken oder ganz wegfallen lassen sowie andere Hindernisse für Ein- und Ausfuhr abbauen. Es wird erwartet, dass die Europäische Union innerhalb von zehn Jahren keine Einfuhrzölle mehr auf 92 Prozent der Mercosur-Produkte erheben wird. Unterdessen wird der Mercosur 72 Prozent der Importe aus Europa von der Steuer befreien.

Laut Robson Andrade, Präsident der CNI, kann das Abkommen den "Pass für Brasilien darstellen, um in die Liga der großen Volkswirtschaften des internationalen Handels aufzusteigen". Die brasilianische Regierung prognostiziert, dass es bis 2035 zu einem Anstieg der Investitionen in Brasilien um 113 Milliarden US-Dollar und zu einem Anstieg der Exporte in die EU um rund 100 Milliarden US-Dollar kommen wird.

Brasilianische Unternehmen werden von der Abschaffung der Zölle auf den Export von Industrieprodukten profitieren. Damit wird der Wettbewerb mit anderen Handelspartnern, die bereits Vereinbarungen mit dem europäischen Wirtschaftsbund haben, abgefedert. Es wird auch erwartet, dass der Abbau von Barrieren und die Anpassung der Regeln den brasilianischen Warenfluss in der globalen Wertschöpfungskette verbessern und insgesamt dazu beitragen wird, die Wirtschaft durch neue Geschäfte anzukurbeln.

Das Abkommen ist noch nicht in Kraft getreten und bedarf der Zustimmung der 28 EU Mitgliedsstaaten und des Europäischen Parlaments und der Legislative jedes Mitgliedlandes des Mercosur. Die Verhandlungsführer prüfen die Möglichkeit des Inkrafttretens der Regeln des Vertrages, sobald das erste Mercosur-Land die Bedingungen genehmigt. Es wird geschätzt, dass der Prozess der Ratifizierung des Handelsabkommens mindestens drei Jahre dauern wird.

Quellen: G1, Infomoney, Folha de S. Paulo