Energieeffizienz in Gebäuden

Der Nationale Plan für Energieeffizienz (Plano Nacional de Eficiência Energética) aus dem Jahr 2011 dokumentiert bisherige Energieeffizienzmaßnahmen und nennt zukünftige Handlungsfelder. So sollen in den nächsten 20 Jahren insgesamt 106,6 GWh eingespart werden. Dieses Ziel soll u.a. durch Maßnahmen in den Bereichen Industrie, Gebäude, öffentliche Gebäude, öffentliche Beleuchtung und Wassermanagement erreicht werden.

Im Zehnjahresplan der Energieplanungsbehörde EPE wird die Energieeffizienz seit kurzem als fester Planungsbestandteil berücksichtigt und konkrete Ziele für die Sektoren Gewerbe, Wohnen, Industrie und Verkehr formuliert. So werden bis zum Jahr 2016 Effizienzsteigerungen beim Stromverbrauch in Höhe von 2,8% und bis 2020 von 5,9% erwartet. Ein großer Teil davon (ca. 36%) soll in Wohngebäuden eingespart werden.

 

Weiterführende Literatur (Portugiesisch):

Privathaushalte

 

Die Geräte mit dem anteilig höchsten Stromverbrauch im Bereich Wohnen sind in Brasilien Elektroduschköpfe, Kühlschränke und Klimaanlagen.



Abb.: Stromverbraucher in brasilianischen Privat-Haushalten (in %)

Quelle: eigene Darstellung nach Daten von Procel (2009)

 

Die in Brasilien sehr umfangreich eingesetzten elektrischen Duschköpfe sind in den Morgen- und Abendstunden für den Großteil der Spitzenlast verantwortlich.



Abb.: Lastkurve der Stromverbraucher in einem brasilianischen Privat-Haushalt

Quelle: eigene Darstellung nach Procel (2009)

 

Die größten Einsparpotentiale ergeben sich vor allem in den Bereichen Warmwassererzeugung, Klimatisierung und Kühlung bspw. durch die Verwendung solarer Wassererwärmung oder effizienter Gasboiler bzw. effizienter Kühlgeräte.


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Gewerbesektor

 

Im Gewerbesektor sind Rolltreppen und Aufzüge (63%), Kühlung und Ventilation (19,2%) und Beleuchtung (5,9%) die größten Stromverbraucher. Die höchsten Verbräuche verzeichnen Bürohäuser (21%), Krankenhäuser (15,4%), der Einzelhandel (14,9%), sowie Hotels (12,4%) (PROCEL 2009).
Eine Untersuchung von PROCEL im Jahr 2005 hat ergeben, dass Strom im Gewerbesektor durchschnittlich für rund 14% der Gesamtkosten verantwortlich ist, bei Supermärkten und Hotels gar fast 20%. Die größten Einsparpotentiale ergeben sich bei der Kühlung und der Beleuchtung.


Abb.: Anteil der Stromkosten an Gesamtausgaben, Gewerbe

Quelle: PROCEL (2009)

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Fördermöglichkeiten

 

Gemäß Gesetz 9.991 vom 24. Juli 2000 müssen die Konzessionäre der Verteilnetze einen Anteil von 0,5% ihres Umsatzes im Rahmen des Energieeffizienzprogramms (Programa de Eficiencia Energética, PEE) der Stromregulierungsbehörde ANEEL  investieren. Dies entsprach im Jahr 2011 insgesamt rund R$ 385 Millionen bzw. rund EUR 167 Millionen (Wechselkurs R$/EUR 2,3/1). Ziel ist u.a. die Sensibilisierung der Bevölkerung für Themen der Energieeffizienz von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Von den Mitteln müssen jedoch 60% sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu Gute kommen, was aktuell vorwiegend zu Maßnahmen auf der Mikroebene führt, wie bspw. dem Austausch von alten Kühlschränken in Elendsvierteln.

Die Gelder werden von den Verteilnetzbetreibern (Konzessionären) selbst verwaltet. Die Anwendung der Gelder wird von ANEEL kontrolliert. Die Konzessionäre können gemeinsam mit Partnern Projektvorschläge bei der ANEEL einreichen.

Unter diesem Link lässt sich ein portugiesisch-sprachiger Guide zur Einreichung von Projektvorschlägen für das PEE aufrufen.


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PROCEL Edifica

 

Bereits im Jahr 1985 wurde das Nationale Programm zur Stromeinsparung (Programa Nacional de Conservaçao de Energia Elétrica, PROCEL) durch das Energie- und das Wirtschaftsministerium geschaffen. Mit der Durchführung wurde die staatliche Holding Eletrobras betraut. 1991 wurde PROCEL in ein offizielles Regierungsprogramm umgewandelt.
Die Mission des Programms ist die Erhöhung der Energieeffizienz zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung und zur Effizienzsteigerung von elektrischen Geräten und Dienstleistungen, mit dem Ziel anthropogene Einflüsse auf die Umwelt zu verringern. PROCEL hat Subprogramme in verschiedenen Bereichen, unter anderem Gebäude, Industrie sowie elektrische Geräte.
Für den Bereich Gebäude ist PROCEL Edifica zuständig, welches zur Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes (Lei 10.295/2001) beitragen soll. Procel Edifica ist in den Bereichen Capacity Development, Technologien, Verbreitung, Subventionen und Regulierung sowie Wohnen und Energieeffizienz aktiv.
Gemeinsam mit der Zertifizierungsbehörde INMETRO gibt es ähnlich wie für elektrische Geräte auch für Gebäude ein PROCEL-Siegel, das die Energieeffizienz auf einer Skala von A-E bewertet und damit transparent macht. Bei Gewerbe, Büro- und öffentlichen Gebäuden werden Isolierung, Klimatisierung und Beleuchtung überprüft. In Wohngebäuden werden Isolierung, Warmwassererzeugung, Beleuchtung, Fahrstühle und Pumpen überprüft. Die Audits für die Zertifizierung finden während der Projektierung und nach Fertigstellung des Gebäudes statt.



Abb.: PROCEL-Energieeffizienz-Siegel für Gebäude


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Ansprechpartner

Philipp Hahn

(+55 21) 2224-2123 Durchwahl 117

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