Biomasse

Laut der Stromregulierungsbehörde (ANEEL) macht der Anteil der Biomasse am Strom-Mix am Ende des Jahres 2012 ca. 7,7% bzw. 9,7 GW aus. Davon entfallen etwa 80% auf Zuckerrohrbagasse, sowie 13% auf Schwarzlauge, ein Nebenprodukt der Papier- und Zelluloseproduktion. Der Anteil von Holz an der verstromten Biomasse ist mit ca. 3% sehr gering. Darüber hinaus wird in einigen wenigen Pilotprojekten bereits Strom aus Reisschalen erzeugt (Quelle für 0,03% der verstromten Biomasse).
Von 426 Biomassekraftwerken verwenden 359 die Zuckerrohrabfälle als Brennstoff, wovon mehr als die Hälfte im Bundesstaat Sao Paulo ansässig sind.

 

Quellen und weiterführende Literatur:

  • ANEEL: Strommatrix - Die Stromregulierungsbehörde ANEEL informiert in ihrer Onlinedatenbank stets tagesaktuell über die Zusammensetzung des registrierten Kraftwerksparks Brasiliens. Die Anzahl der Kraftwerke und ihre jeweiligen Kapazitäten lassen sich dort schnell und übersichtlich ablesen.

 

Branchenverbände/Organisationen: ttp://www.unica.com.br/

Potential

 

Die Erwartungen des Sektors liegen bei einem Anteil von 12% an der Strommatrix im Jahr 2020, allerdings sind dafür Investitionen in die Modernisierung des Kraftwerkparks nötig, die in den letzten Jahren ausgeblieben sind. Die Landwirtschaftsbehörde CONAB sieht derzeit allein im Zuckerrohrsektor ein Potential von 39 GW wenn die Fabriken modernere Kessel und Generatoren verwendeten. Von den mehr als 400 Kraftwerken benutzten nur ca. 100 zeitgemäße Technologien zur Stromerzeugung.

Bei den Auktionen im Jahr 2011 wurde Strom aus Biomasse-Kraftwerken für R$ 102,41 pro MWh verkauft. Obwohl dies eine Reduktion um 28% im Vergleich zum Vorjahr bedeutete, war Biomasse als Energiequelle etwas teurer als Windenergie, die für R$ 99,57/MWh unter Vertrag genommen wurde.

 

Quellen und weiterführende Literatur:

 

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Finanzierung

 

Wie bei anderen Erneuerbaren Energie-Projekten sind niedrigverzinste Kreditlinien für Alternative Energien der Entwicklungsbank BNDES verfügbar. Projekte ab einem Umfang von mindestens 10 Mio. Reais können in den Genuss einer Finanzierung von 80-90% bei Zinsen von ca. 5% kommen, sofern die lokale Wertschöpfung mindestens 60% beträgt.

 

Quellen und weiterführende Literatur:

  • ICON Institut/DFIC (2012): Brasilien - Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen aus dem Bereich industrielle Energieeffizienz - Die durch die Exportinitiative Energieeffizienz des BMWi in Auftrag gegebene Studie informiert welche verschiedenen Fördermöglichkeiten bei der Finanzierung eines Projektes seitens deutscher Institutionen existieren, welche internationalen Fördermitteln als Finanzierungsquelle geeignet sind und welche ergänzenden bzw. begleitenden Förderungsprogramme in Brasilien existieren.

 

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Fördermöglichkeiten

 

F&E

Im Gesetz 9.991 aus dem Jahr 2000 ist festgelegt, dass Verteilnetzbetreiber 0,2% und Übertragungsnetzbetreiber sowie  Stromerzeugungsunternehmen je 0,4% ihres jährlichen Umsatzes in Forschungs- & Entwicklungs-Projekte im Rahmen des F&E-Programmes der Stromregulierungsbehörde ANEEL investieren müssen, wovon auch Biomasse-Projekte profitieren können.

Jährlich kommen im Rahmen des Programms bis zu R$ 300 Millionen zusammen (ca. EUR 130 Millionen, Wechselkurs R$/EUR 2,3/1). Die Gelder werden von den Konzessionären selbst verwaltet. Die Anwendung der Gelder wird von der Regulierungsbehörde kontrolliert. Werden Gelder nicht fristgerecht ausgegeben, werden sie mit dem brasilianischen Leitzins Taxa Selic verzinst. Die Konzessionäre können gemeinsam mit Partnern Projektvorschläge zur Prüfung und Evaluierung bei der ANEEL einreichen.

 

Netznutzung

Biomasse-Kraftwerke bis 30 MW werden von 50% der Transmissions- und Distributionsgebühren befreit. Anlagen die als Energiequelle Siedlungsabfälle, tierische oder pflanzliche Abfälle benutzen haben gar Anrecht auf eine komplette Befreiung von diesen Gebühren.
Das Gesetz n° 12.385 aus dem März 2011 erlaubt den Betreibern von thermischen Kraftwerken den problemlosen Umstieg von fossilen auf erneuerbare Brennstoffe, sofern die Kapazität nicht verändert wird und Konsumenten nicht beintr6achtigt werden.

 

Quellen und weiterführende Literatur:

 


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Ansprechpartner

Philipp Hahn

(+55 21) 2224-2123 Durchwahl 117

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